Bald sind sie da: die DiGAs

Von Benedict

Bald wird es die ersten digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGAs) als „App auf Rezept“ geben. Welche Möglichkeiten bieten sie für die Verbesserung der Patientenmotivation im Reha-Training?

Zum Einstieg noch mal die drei wichtigsten Strategien aus unserem Beitrag zur Frage, wie Patienten beim „Kampf gegen den inneren Schweinehund“ unterstützt werden können:

  1. Schaffung eines Problembewusstseins
  2. Aufstellung eines konkreten Plans
  3. Beseitigung von Handlungsbarrieren

DiGAs können zu jeder dieser Strategien etwas beitragen: Durch die Bereitstellung medizinisch fundierten Wissens in der App haben die Patienten jederzeit alle relevanten Informationen über ihre Erkrankung und Therapie verfügbar und müssen sich diese nicht selbst im Internet zusammensuchen. Indem sie regelmäßig daran erinnern, wie sich die Erkrankung im Laufe der Therapie entwickelt und wieso das Training weiterhin wichtig ist, helfen DiGAs, das Problembewusstsein der Patienten aufrechtzuerhalten. Die Entwicklung einer Trainingsroutine unterstützen sie durch Kalenderfunktionen oder individuelle Tipps zum Thema Zeitmanagement.

Ein besonderer Vorteil von DiGAs gegenüber analogen Lösungen liegt in der Überwindung von Handlungsbarrieren: das beginnt bei einfachen Funktionen wie Push-Nachrichten als Trainingserinnerung und geht bis zur Bereitstellung eines kompletten Trainingsprogramms in Videoform. Dadurch wird das Training bequemer und sicherer.

Das BfArM bietet eine Orientierungshilfe zur Abgrenzung von Apps (allgemein: Standalone-Software, also Software, die nicht z. B. als Steuerungssoftware fester Bestandteil eines anderen Medizinproduktes ist) zu Medizin- und anderweitigen Produkten sowie zur nachfolgenden Risikoklassifizierung im Sinne des MPG an. Diese soll auch Überlegungen im Vorfeld einer Antragstellung beim BfArM nach § 13 Absatz 2 und 3 MPG unterstützen.

Quelle: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM)

Eine weitere psychologische Technik der Verhaltensänderung, die Apps sinnvoll nutzen können, sind sogenannte „positive Verstärker“. Dazu zählen zum Beispiel Fortschritts-Anzeigen des Trainingsverlaufs oder das Sammeln von Punkten. Dieses Prinzip machen sich bereits einige erfolgreiche Fitness-Apps zunutze. Denn positive Verstärker geben den Patienten ein gutes Gefühl und erhöhen so die Wahrscheinlichkeit, dass sie am Ball bleiben.

Die Liste der Möglichkeiten ließe sich noch lange weiterführen. Deswegen haben wir uns dafür entschieden, die Patientenmotivation zu einem besonderen Fokus unserer Therapie-App zu machen und die psychologische Sichtweise von Anfang an in die Entwicklung einfließen zu lassen. Also stay tuned.